Eine herzerwärmende Geschichte “Der Traum”

Mein Bruder brachte ein nagelneues Hundehalsband mit nach Hause, das nach Leder roch und ein Ladenschild hatte.

-OK”, wusste meine Mutter sofort.

– Das wird nie passieren! –

– Das Letzte, was wir brauchen, ist ein Hund in unserem Haus!

Mein Bruder ging leise ins Zimmer und hängte das Halsband über sein Bett. Es ist toll geworden.

– Woher hast du das Geld? – fragte Papa.

– “Gespart”, sagte mein Bruder ausweichend.

– “Seit drei Monaten spare ich Stück für Stück…

– “Verstehe”, sagte Papa.

– Unser jüngster Sohn träumt also seit drei Monaten von einem Hund.

– Ich träume auch! Ich träume auch von einem Hund! –

– Ich habe eine Woche lang geträumt! Nein, acht Tage!

Das war nicht wahr. Ich hatte mein ganzes Leben lang von einem Hund geträumt, seit ich geboren wurde. Aber ich war es nicht, die heimlich das Geld sammelte, das mir meine Eltern für das Schulessen und andere Kleinigkeiten gaben, und sich schließlich ein wunderschönes neues Halsband aus gelbem Leder und mit Nieten kaufte. Ich konnte meinem Bruder nicht wehtun, also sagte ich nur acht Tage!

-Es ist nicht falsch zu träumen, stimmte meine Mutter zu.

Dann machten wir mit meinem Bruder unsere Hausaufgaben, wie immer. Er machte seine eigenen, albernen Drittklässleraufgaben, und ich machte ernsthafte Aufgaben zur Addition einfacher Brüche. Und ab und zu hoben wir den Kopf von unseren Heften und schauten auf das Hundehalsband, das über dem Bett meines Bruders hing.

– Der letzte Monat war dreißig Tage? –

– Nein, einunddreißig! Morgen sind es also dreiundneunzig Tage, an denen ich von einem Hund träume!

Mein Bruder schnaubte mürrisch als Antwort.

– Und wenn du neun von meinen zu deinen Tagen hinzufügst, macht das einhundertzwei Tage mit unerfüllten Träumen! –

-Ja”, seufzte Papa traurig. Er saß auf dem Stuhl mit der Zeitung und hörte alles.

-Träume, die nicht wahr werden…

-Das gibt es nicht. Wenn der Traum richtig ist, wird er sicher wahr werden.

Und am Samstag ging unser Vater morgens für lange Zeit irgendwohin. Er kam zurück und rief uns sofort alle in den Flur.

– Hier… – sagte Papa verlegen, als wir uns versammelten.

– Ich habe drei Zahlen zusammengezählt und es stellte sich heraus, dass wir seit vierunddreißig Jahren, drei Monaten und elf Tagen denselben Traum geträumt haben… Das war heute Morgen!

Nachdem er das gesagt hatte, öffnete Papa vorsichtig seinen Mantel und zog einen grauen, zotteligen Welpen mit schwarz funkelnden Augen aus der Tasche.

Mein Bruder und ich waren so verblüfft und fassungslos, dass wir nicht einmal “Hurra” riefen.

Unsere Mutter warf Papa einen seltsamen Blick zu. Er stand immer noch mit offenem Mantel da und hielt den Welpen an seine Brust.

– Zähl noch siebenundzwanzig Jahre… zu dem Traum hinzu”, fragte Mama plötzlich mit veränderter Stimme.

– Nein, ich glaube es sind achtundzwanzig!…

Mutter öffnete den Schrank und holte den einst versteckten blauen Hundenapf aus seinen tiefsten Tiefen hervor.

Quelle: happy-day.org.in

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